KBS 217d

 

Aktuell (04.2009) Strecke abgebaut.

 

 

Ein weiterer Streckenteil stirbt. Nachdem 1968 der erste Teil der KBS 217d, Buchholz - Hollenstedt, stillgelegt und abgebaut wurde, wurde im Jahre 2004 die Weiche für den Abbau eines weiteren Abschnittes, Hollenstedt - Harsefeld, gelegt. Mit Bau der Verbindungskurve zur Strecke Harsefeld - Buxtehude, welche eine komfortablere Aus und Einfahrt von und nach Harsefeld ermöglicht, wurde der Abschnitt Harsefeld - Hollenstedt vom Streckennetz getrennt.

Was viele bereits wussten, die Strecke war de facto stillgelegt.

 
  Es gab zwar rein bautechnisch die Chance, die Strecke wieder an das Netz anzubinden, aber die EVB sah dafür keine Notwendigkeit. Die Strecke war unwirtschaftlich und man überliess sie bereits seit Jahren sich selbst. Es gab einige Betriebsalternativen, die mehr als nur diskutiert wurden. Jedoch verhielt sich die EVB, zumindest aus meiner Sicht, in diesem Falle eher so, wie man es von der DB AG her kennt, stur und mit vermeintlich lapidaren Ausreden versehen. Eine Alternative hätte es eigentlich immer gegeben, aber bereits im Jahre 2006, als eigentlich noch das Interesse für einen Draisinenbetrieb in den örtlichen Medien bekundet wurde, wurden die ersten 5km Strecke abgebaut.  
 

Das auf einer Länge von rund 11km vorhandene, noch relativ kurz vor Verkauf der Strecke an die EVB, seinerzeit von der DB erneuerte Gleismaterial, ist natürlich für eine Eisenbahngesellschaft interessant und somit folgten 2007 die nächsten 5km dieses Gleismaterials. Im Jahre 2008 nun begannen die Abbauarbeiten des Reststückes bis Hollenstedt. Staersbeck Moisburg wird derzeit demontiert. Bis zum Sommer 2008 dürfte auch das letzte Stück Schiene entfernt worden sein. Die Trasse geht an das Land Niedersachsen bzw. an den Landkreis, was dann aus der Trasse und besonders aus dem Viadukt/der Brücke in Staersbeck wird, bleibt abzuwarten. Somit geht 2008 ein Stück echter Eisenbahngeschichte zu Ende; immerhin erreichte der Streckenabschnitt Hollenstedt - Harsefeld noch sein 100jähriges Bestandsjubiläum, auch wenn zu der Zeit(2002) dort schon nichts mehr fuhr. Ausserdem besteht das längere Stück der Strecke von Harsefeld bis nach Bremervörde fort und ist nicht stillegungsgefährdet.

 
 
Besonders die öffentliche Hand des Landkreises Harburg scheint sich schienenbezogenen Projekten aus privater oder nicht gewinnorientierter gewerblicher Klientel auffällig oft zu verschliessen. Dabei zeigen andere Bundesländer, wie es besser geht. Mir scheint, es wird besonders mit historisch wertvollem Eisenbahngut hier besonders leichtfertig umgegangen. Denn auch in Zeiten, oder gerade in Zeiten, in denen das Füllhorn der öffentlichen Kassen nur allzu verdorrt erscheint, müssen wir uns auch unserer Kulturgüter bewusst sein und bleiben. Dazu gehört nun einmal auch die Eisenbahn, die ja schliesslich eine historisch gewachsene Infrastruktur darstellt und oftmals in Zeiten entstand, die keine reichen waren. Das derartige Dinge so einfach verspielt werden dürfen, erscheint vielen sicher verwunderlich. Besonders dann, wenn eine Verlagerung der Verkehrslast auf die Schiene propagiert wird.
 
 

Aber diese Seiten sollen kein Kritik und Schuldpranger sein. Wie immer, erschliessen sich den Aussenstehenden die Gedanken, Wege und Motivationen der Eingeweihten nicht oder nur unzureichend. Selbstverständlich könne sich der Aussenstehende keinesfalls ein Urteil erlauben. Wird schon alles richtig sein, was "die da oben" so alles machen.........................

 
 
Dem Fan und allen Interessenten sei angegeben, noch rasch Fotos vom verbleibenden Stück der Strecke zu machen. Ich empfehle, besonders um den Viadukt bei Staersbeck - Moisburg Fotos zu schiessen. Die Atmosphäre dort ist einmalig.
 
 

 

 
 
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